Über den Gospelworkshop 2005 in Bobenheim

DIE RH EINPFALZ - NR. 260

KULTUR REGIONAL

MITTWOCH, 9. NOVEMBER 2005


 

VIRTUOSITÄT AM VIBRAPHON

Swing mit Randall Taylor in St. Laurentius-Kirche Bobenheim

> Zum fünften Mal veranstaltete der Volkschor Bobenheim einen GospelWorkshop, bei dem nicht nur die Sängerinnen und Sänger des heimischen Chors teilnehmen konnten, sondern auch alle Interessierten.

Die Qualität des Workshops hat sich so herum gesprochen, dass - wie Organisatorin Gertrud Schäfer mitteilte - die Teilnehmerzahl auf 5o beschränkt werden musste. Bis Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg, Walldorf und aus der näheren Region kamen Sängerinnen und Sänger, um von Randall Taylor etwas zu lernen. Gerne stellte daher die Kirchengemeinde St. Laurentius das Gotteshaus am Sonntagabend zur Verfügung, um dem Werkstattchor die Gelegenheit zu geben, das in den letzten drei Tagen Erarbeitete zum Besten zu geben.
Und was da erarbeitet worden war, war gewaltig. In klaren sauberen Tönen präsentierte sich der fast nur aus weiblichen Mitgliedern bestehende Chor dem begeisterten Publikum. Permanent die Körpersprache nutzend wurde jeder Ton in Bewegung umgesetzt, so dass der Funke sehr bald ins

Auditorium überschlug. Am Anfang das „Call and Response' (Ruf und Antwort)-Prinzip zwischen Randall Taylor und dem. Chor. Schön effektvoll die Teile ohne Klavierbegleitung, interessant die Steigerung durch permanente Wiederholungen, die an das europäische Litaneiprinzip erinnerten.

Voller Körpereinsatz

Leider gab es kein Programm, so dass der in der halligen Kirche verschwimmende Text nicht immer verständlich war und dass vor allein die vielen Solisten aus dem Chor nicht namentlich zugeordnet werden konnten. Jedenfalls ging es bei den meisten Soli nickt nur um die musikalische Perfektion, sondern um die Ehrlichkeit m Ausdruck, also jenes Prinzip, das den Afro-amerikanischen Teil der Gospel so ausdrucksstark, so individuell macht. Randall Taylor, der eine präzise Vorstellung von den metrischen Strukturen der Gospel entwickelte, wurde von Benjamin Wilson am Schlagzeug unterstützt, der nicht nur mit einem gekonnten Schlagzeugsolo das Publiktun überraschte, sondern auch seine Vir-

tuosität und improvisatorische Kraft am Vibraphon entfaltete.
Unter die Haut gehend gelang das expressive solo von Karin vom Hoff, die mit Randall Taylor den Workshop leitete. Mit vollem Körpereinsatz erschien sie wie personifizierte Musik lebendig gewordene vitale Aussage des biblischen Textes.
Dann immer wieder überraschend der Chor, der mal a cappella, mal mit Begleitung, mal mit mal ohne Soli die verschiedenen Titel intonationssicher und klar in der dynamischen Abstu fung sang. Das Publikum, das klatschend und voller Begeisterung mitleb-te, wo besonders die vielen jungen Leute arn liebsten sich zum Chor gesellt hätten, war so begeistert, dass sogar Vereinsvorstand Siegfried Schäfer zurn Gospelfan mutierte, wie er sagte. Peter Schnur, der am Abend für die richtige Technik sorgte, konnte ein Begeisterungswachstum erleben, so dass mit der Zugabe „Oh happy day" nicht nur ein weiteres Glanzlicht mit der Solistin musikalischer Art gesetzt wurde, sondern auch die Sangesfreude der ganzen Kirche in das Lob Gottes einstimmte. (rv)






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